Yearly Archives: 2012

Das dritte Halbjahr beginnt

AE – Am 30. November spät abends landen wir in Quito. Wir sind sehr überrascht von der Anzahl, die vor den Schaltern der Migration warten – die Wartezeit beträgt ziemlich genau 1.5 Stunden. Die Koffern finden wir nachher alle neben den Förderbändern. Der Grund für die vielen Leute ist der starke Regen am 29. und am 30. November. Viele Flüge wurden nach Guayaquil umgeleitet und die Passagiere nachträglich nach Quito geflogen.

Wir passen uns zuerst 3 Tage an die Höhenluft an. In dieser Zeit besuchen wir die krebskranke Flor und die operierte Carmen. Flor wohnt mit ihrem Mann und ihrer Tochter, die bei ihr auf Besuch ist in einem feuchten, kellerähnlichen Zimmer ohne Fenster von ca. 8 m2. Es hat aber wenigstens ein Bad mit Dusche – das sie mit ein paar Nachbarn teilen müssen – dies ist einigermassen sauber.

Es tut einem weh, wenn man solche Verhältnisse sieht. Sie sie sind aber auch sehr unbeholfen. Die Matraze ist auf dem feuchten Betonboden und hier schlafen die drei. Leider sind sie nicht so ordentlich und die Kleider liegen herum. Die Kost ist auch nicht die beste. Zum Frühstück gibt es zum Beispiel Yuca (wie Kartoffel, aber härter). Das ist sicher keine Kost für eine krebskranke Frau. Die Frau wiegt übrigens nur noch ca. 35 kg.

Wir beschliessen, eine andere Unterkunft für sie zu suchen. Cornelia vermittelt uns eine Adresse von einer Ärztin  und von einer Stiftung, die Leute aus den entlegenen Provinzen aufnehmen, wenn sie zur Therapie nach Quito kommen.

Am Samstag fahren wir mit dem Sohn von Flor nach Quito, um zu zügeln und um unsere Schriften (Visa) in Ordnung zu bringen. Das Prozedere  spielt sich für ecuadorianische Verhältnisse relativ schnell ab. Wir sind ca. 1 Stunde vor Schalteröffnung im Wartsaal, kommen aber nach Schalteröffnung schon nach 30 Minuten an die Reihe.

Wir fahren anschliessend zu Flor um mit ihr eine Ärztin zu konsultieren. Dort werden wir informiert, dass es nahe vom Krebsspital (Solca) ein Haus gibt, wo sie für $ 4 in (Vollpension, Extrakost für Krebskranke) sein können und dass sie betreut werden. Leider stimmen nur zwei Drittel der Informationen – der Preis und die Kost. So muss ständig eine Person bei Flor sein. Da die Geschwister von Flor nicht viel helfen, muss Angel – der Ehemann – bei ihr bleiben. Kostet natürlich auch $ 4 – und was noch fast schlimmer ist, er kann kein Geld verdienen. Wir werden versuchen, die Familie besser zu engagieren, so dass Angel arbeiten gehen kann.

Flor in ihrem früheren Zimmer

Flor in ihrem früheren Zimmer

Am Montag findet die Züglerei statt. Mit unserem kleinen Auto konnten wir alles laden (inkl. Personen), was sie in diesem Heim braucht. Am Dienstag gehen wir noch die Sachen holen, die Angel zum Kochen ausgeliehen hat vom Schwager in Ambato. So um 13.00 Uhr verlassen wir Flor mit den beiden Kindern um im Süden von Quito noch eine ältere Frau von Simiatug und eine Tocher von Rodrigo mit ihrem Töchterchen zuzuladen.  Um 16 Uhr sind wir in Ambato, wo wir noch einkaufen und essen. Simiatug erreichen wir um zirka 20 Uhr.

NB – Exkurs

Auf der Fahrt nach Quito zwischen Ambato und Quito hat es einen Bereich – in der Nähe vom Cotopaxi (einem fast-6000er) – hat es einen ziemlichen Anstieg, wo man mit einer Geschwindigkeit zwischen 60 und 80 fahren kann. Einmal oben angelangt, drückt man immer noch im gleichen Stil auf das Gaspedal – ich erreiche so bald einmal 120 km/h , bemerke das und versuche langsamer zu werden. Die Polizei lässt mich noch mehr abbremsen. Ich wurde mit dem Radar erfasst: 116 statt 100. In der Zwischenzeit gibt es Geschwindigkeitsvorschriften: 50 innerorts, 80 ausserorts und 100 auf einzelnen Abschnitten auf ‚Autobahnen‘. Die Polizei verlangt $ 86, die wir auch anstandslos bezahlen. In unserer Naivität verlangen wir keine Quittung. Die Polizisten werden das Geld für Weihnachtseinkäufe gut gebrauchen. Carmen hilft uns dann am Sonntag, eine Denuncia zu schreiben (Anzeige der Polizei). Die Polizei darf nämlich keine Bussen einkassieren – nur Belege mitgeben zum Einzahlen der ausgesprochenen Busse bei der Bank. Mal schauen ob die Denuncia was fruchtet. Ich hinterlege diese am Dienstag früh im Innenministerium in Quito.

Anmeldung Visionäre Ecuador
Das dritte Halbjahr beginnt2012-12-13T00:28:04+00:00

Telefonsturm

AE – Am vergangenen Samstag ( 20. Okt. 2012) fand der Comedy-Abend mit Raban Brunner und Emanuel Amacker sowie ihren Helfern in Grengiols statt. Es war ein sehr unterhaltsamer Abend, mit einem tollen Publikum. Vielen Dank an alle Anwesenden und vor allem an die Akteure auf und hinter der Bühne.

Auch finanziell war der Anlass ein toller Erfolg – Vielen Dank den grosszügigen Spender!

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Que dios le page (Vergelt’s Gott), würden die Ecuadorianer sagen.

Telefonsturm2014-11-13T14:49:04+00:00

Abschlussbericht

Vreny: Soeben haben wir eingecheckt und Zeit einen Rückblick auf die letzten Wochen zu werfen, eine sehr intensive Zeit muss ich sagen. Das Highlight dieser Zeit war wohl mein Geburtstagsfest. Wir waren bei den Schwestern eingeladen, feierten gemeinsam eine längere Messe, in der Padre Sandro so einen kleinen Rückblick auf Voluntarias hielt und wir überlegten, warum man wohl so viel Mühe auf sich nimmt.

Leider konnte Eddy nicht dabei sein, er war mit der kranken Frau seines Freundes unterwegs und kam dann erst etwas verspätet zum Essen. Das Essen war sehr fein, dazu eine kleine Ansprache der Oberschwester und anschliessend führten die Voluntarias einen Tanz mit der einheimischen Bekleidung auf und dann hatten sie noch ein schönes Spiel auf Lager, alles zu Ehren des Geburtstagskindes. Zum Schluss wurden wir noch reich beschenkt, einige Andenken aus Ecuador und eine aus Papier gebastelte und beleuchtete Grotte mit der Muttergottes von Don Bosco. Ich konnte nur staunend sagen: Ich hab nicht gewusst, dass wir für euch alle so wichtig sind!

[nggallery id=31]Dann war der Ausflug nach Baños und Puyo. Anschliessend machte ich mich ans Vorhänge nähen. Im Saal des Pfarrhauses haben sie nämlich immer Probleme mit der Verdunkelung, wenn sie einen Film oder eine Powerpoint-Presentation machen wollen. So war ich dann ein paar Abende am Nähen. Auch haben Padre Sandro oder Eddy immer wieder etwas zu flicken. Dieses Jahr war das alles schon einfacher, weil ich einfach zu den Schwestern gehen konnte, wenn ich eine Maschine, Faden oder Wolle brauchte. Das wusste ich letztes Jahr noch nicht und ich ging ins Nähatelier, wo es dann manchmal keinen Platz hatte und auch viel kälter ist.

Dann fanden noch zwei Werkstätten für Unterhalt und Reinigung statt. Für beide Tage mussten wir die Einkäufe tätigen und dann unterrichten, einmal in Pampa de Allago und das andere Mal in Mindina, wo man neue Häuser fürs Brot backen gebaut hat und Touristen bewirten möchte. Die vorgängigen Gespräche waren recht fruchtbringend! Die Teilnehmer konnten darüber nachsinnen, wie sie auf Touristen reagieren oder worüber sie sich Sorgen machen und ich konnte einbringen, was wir als Touristen erwarten oder wovor wir Angst haben.

Auch wollte ich nochmals meine Blumen pflegen, den Pfarrgarten jäten – zwei Nachmittage – und den Kirchplatz fegen. Für den Platz habe ich eine breite Bürste gekauft, damit das ein wenig schneller geht und diesmal ging es noch schneller, weil drei meiner Schüler zu Hilfe kamen und mir und Padre Sandro zur Hand gingen, natürlich im Hinblick auf ein paar Cents. Einmal halfen sie sogar morgens während ihrer Schulpause, die ist hier, so scheint es uns ein bisschen lang – eine Stunde. Die Schulzeit dauert von 8.00 Uhr bis 13.00 Uhr.

In der letzten Woche hatten wir noch zwei Abschiedsfeste, eines mit den Arbeitern und das andere mit den Schwestern. Für die Arbeiter hiess es Eddy’s Kleider bereitmachen, jeder Arbeiter konnte in der letzten Sitzung eine Nummer ziehen und erhielt dann den Sack mit seiner Nummer: Hose, Jacke, Pullover oder Hemd mit T-Shirt.

Für die Schwestern hatte Eddy eine PowerPoint-Presentation bereit gemacht – aus unserer Heimat und wie wir so leben. Die Stimmung schien jedoch ein wenig bedrückt, im Hinblick auf unseren Abschied. Sicher gönnen uns alle eine Pause, warten jedoch alle auf unser Wieder-Auftauchen. Wir können einfach nur sagen: „So Gott will!“ – sind ja auch nicht mehr die jüngsten.

Schlussendlich wollten wir uns noch von den kranken Frauen verabschieden, was dann ziemlich emotional war, beide verabschiedeten sich unter Tränen, wohl aus Dankbarkeit.

Bis zum letzten Moment war unser Terminkalender voll und wie letztes Jahr wollten es sich die Arbeiter nicht nehmen lassen, sich persönlich nochmals von uns zu verabschieden. Sogar Mütter mit ihren Kindern kamen extra noch auf den Dorfplatz zu einer letzten Umarmung.

Diesmal haben wir Begleitung von Rodrigo und seiner Frau. Sie werden unser Auto nach Simiatug zurück nehmen und in die Garage von Padre Sandro stellen. So haben wir nicht gross Zeit, Heimweh zu haben und auf dem Weg werden schon wieder Pläne geschmiedet, was sich noch ändern sollte!

 

 

 

 

Abschlussbericht2012-06-01T08:59:10+00:00

Krankentransporte

Eddy: Seit längerer Zeit ist die Frau meines Freundes Angel krank. Am Montag fragte ich ihn, wie es seiner Frau ginge. Er sagte mir, sie sei im Spital in Ambato. So beschlossen wir am Dienstag nach Ambato zu gehen und ihr zu helfen. Sie war sehr schwach und konnte fast nicht gehen. Am Dienstag gegen Mittag waren wir in Ambato, durften aber vorerst nicht ins Spital. Dann so um 11.15 Uhr hiess es, sie solle in einen andern Spital, man werde sie weiter untersuchen. Auf dem Bericht, den sie mitbrachte, konnte ich sehen, dass sie Gebärmutterhalskrebs hätte. Wir fuhren mit ihr ins Krebsspital, Richtung Latacunga – ca. 30 Minuten. Bei der Notaufnahme hiess es dann aber, dass ein Arzt sie begleiten müsste und dass wir alle Unterlagen der bisherigen Untersuchungen mitbringen sollten. Wir fuhren also wieder zurück ins erste Spital und sie und ihr Bruder gingen bzw. wollten wieder zu diesem Arzt. Dort hiess es aber, dass der Arzt beim Mittagessen sei. Sie musste also ca. eine Stunde warten, bis der Arzt so gegen 14.00 Uhr kam.

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So warteten wir draussen mehr als eine Stunde und dann kam sie mit dem Bescheid, dass wir am Mittwoch um 07.30 Uhr  im Krebsspital sein sollten. Also gingen wir zum Bruder heim, der in Ambato in einer kellerähnlichen Wohnung mit seiner Familie lebt. Das WC muss übrigens mit andern, die in ähnlichen Behausungen wohnen geteilt werden – Dusche?????

Mein Freund Angel und ich fuhren nach Simiatug zurück, da vor allem seine Kinder nicht wussten, wie es um ihre Mutter steht. Am folgenden Morgen fuhren wir früh los, so dass wir mit der kranken Frau um 07.30 Uhr im besagten Spital sein konnten – Abfahrt 04.45.

Im Spital musste er seine Frau für eine Konsultation anmelden und dafür 5 $ bezahlen. Dann mussten wir eine Stunde warten. Als die Frau an der Reihe war, hiess es, dass man ihr nicht den richtigen Betrag verlangt habe und dass das vor der Konsultation geregelt werden müsste. Also musste der Ehemann wieder zur Kasse und seine Frau für eine andere Konsultation anmelden und dafür neu 40 $ bezahlen. Dann mussten wir erneut eine Stunde warten.

Sie durfte dann (alleine!!) zum Arzt der diverse Untersuchungen vornahm. So nach 20 Minuten kam sie vom Arzt zurück und wir durften nach Hause „verschwinden“. Für diese Untersuchung benötigen die Labors 8 – 10 Tage. Der nächste Termin ist am kommenden Donnerstag um 10.30 Uhr.

Für Mittwoch – Donnerstag war ein Ausflug nach Baños – Puyo mit „el Cielo en la tiera“ geplant. Darum fuhren wir nicht nach Simiatug zurück, sondern brachten die kranke Frau wieder beim Bruder unter.

Angel und ich machten noch einige Einkäufe und stellten dann das Auto an einen sichern Ort für bis Donnerstag abend. Um ca. 18.00 waren dann Padre Sandro, Cornelia und Vreny mit den Arbeitern und ihren Frauen oder Kindern aus Simiatug im Bus in Ambato und nahmen uns mit nach Banos.

Donnerstag in der Früh gingen wir ins Thermalbad von Banos und vergnügten uns 2 Stunden im heissen Wasser des Tungurahua, um anschliessend weiter nach Puyo zu reisen. Dort besichtigten wir den „jardin de los orquideas“ mit einer kleinen Wanderung. Hier sahen wir viele Pflanzen und wunderschöne winzige Orchideen. Der native Wald stellt so etwas wie eine Insel im sonst recht viel bewirtschafteten Gebiet dar. Der Eigentümer hat 1980 mit seinen 7 ha angefangen, wieder die ursprünglichen Pflanzen des  Urwaldes zu pflanzen und zu betreuen und Jahr für Jahr konnte er mehr und mehr Insekten und Tiere beobachten und allmählich so das Gleichgewicht in der Tierwelt wieder entdecken. All das ist in einem kleinen Museum dokumentiert, der Besitzer ist ein richtiger Idealist.

Am Nachmittag wollten wir noch einen „Jardin“ (Park) mit Vögeln anschauen. Die Zeit war aber so weit fortgeschritten, dass wir die Heimreise antreten mussten. Ziel war es, um ca. 20 Uhr in Simiatug zu sein.

Nach 1 – 2 Halten erreichten wir um ca. 19.00 Uhr Ambato, wo ich mit Angel ins Auto umstieg und seine Frau abholte. Anschliessend hiess es zu versuchen, ungefähr gleichzeitig wie der Bus in Simiatug zu sein. Wir schafften das und erreichten um 22.00 Uhr unser „geliebtes“ Simiatug.

Am Freitag fuhr ich mit Padre Sandro in eine Comunidad: Llullimunllu (Schuschimunschu gesprochen). Hier war eine Messe mit einer Taufe angesagt. Gleichzeitig besichtigten wir den Kindergarten, den Padre Sandro finanziert hat und bei dem Paneles solares installiert sind. Die Zufuhr vom Wasser zu den Paneles ist aus einem unerklärbaren Grund abgeschaltet und die Duschen wurden noch nie gebraucht. Die Paneles kosteten um die 3000 $, scheinen aber hier nicht gebraucht zu werden. Padre Sandro wiess die Bevölkerung darauf hin, dass sie die Paneles bzw. Die Duschen in Betrieb nehmen sollen, andernfalls die Paneles an einen andern Ort verlegt würden.

Vorne am Kindergarten stand übrigens geschrieben: finanziert durch MIES – das ist eine staatliche Organisation, die für die Kindergärten verantwortlich ist. Padre Sandro verlangte dringend diese Beschriftung zu ändern in: finanziert durch Padre Sandro.

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Am Samstag fuhr ich mit einem Angestellten vom FEPP nach Santa Teresa um subtropische Pflanzen zu holen, die an einem ähnlich hoch gelegenen andern Ort gepflanzt werden sollten: Mindina. So um zwei Uhr erreichten wir mit unseren Setzlingen Mindina und der Mann wollte mit dem Pflanzen beginnen. Dafür benötigte er die Hilfe vieler Frauen (in Minga). Leider war keine einzige der Frauen anwesend, da sie an einer andern Minga beschäftigt waren. Der Aufruf zu helfen wurde aber relativ schnell umgesetzt und schon bald waren 3 – 4 Frauen da.

Ich verabschiedete mich um eine Diashow für die Arbeiter vorzubereiten, die ich an der Sitzung am Sonntag um 16.00 zeigen wollte. Die Sitzung war kurzfristig vom Samstag auf den Sonntag verschoben worden. Ich hatte also Zeit. Am Sonntag morgen konnte ich daran auch noch arbeiten. Ich wollte den Leuten so zeigen, wie wir in der Schweiz leben. Am Sonntag mittag hatte ich eine Version fertig, musste aber mit Schrecken feststellen, dass die Bilder beim exportieren vom iphoto (Mac) auf den Stick nur noch 300 – 600 KB hatten: das war schlecht für eine Präsentation mit dem Beamer.

Um zwei Uhr war ich mit Padre Sandro in Santo Domingo, wo er jeden letzten Samstag vom Monat eine Messe liest. Als wir um 15.30 Uhr zurück in Simiatug waren, wurde die Sitzung auf Dienstag den 1. Mai verschoben: 16.00 Uhr. So um 15.30 wurde ich von einem Arbeiter geholt für ein Gespräch mit Rodrigo. Ich wusste eigentlich schnell Bescheid, dass es nur um ein Bier ging. Als ich dorthin kam, musste ich feststellen, dass die meisten schon ziemlich betrunken waren. Sie haben bis ungefähr 14.30 gearbeitet und dann ihren Durst zu schnell gestillt. Wir tranken aber noch weiter bis so 19.30 Uhr und gingen dann zu Rodrigo heim, um noch ein wenig mit seiner Frau zu plaudern.

Geplant war für Montag: nach Guaranda in ein Büro für die Versicherung der Arbeiter und am Nachmittag nach Riobama für die Unterschreibung eines Vertrages. Als ich am Montag morgen mit dem Auto zur Werkstatt fuhr, musste ich erfahren:

  1. dass ein Padre, der aus dem gleichen Dorf wie Padre Sandro aus Italien kommt, und in Brasilien gearbeitet hat, ermordet wurde – Padre Sandro war sehr aufgeregt.
  2. dass die Frau von Angel in der Nacht sehr starke Schmerzen gehabt hat und dass man mit ihr nach Ambato fahren sollte.

Wir änderten also den Plan und kamen von Guaranda zurück nach Simiatug, um mit der Frau nach Ambato zu fahren. Als wir zurück nach Simiatug kamen, wollte vor allem die Mutter der Frau nicht, dass wir mit ihr zu einem Arzt nach Ambato fahren. Also war unsere Planänderung für die Katz.

Ich hatte also jetzt Zeit, die Diashow mit Bildern höherer Qualität nochmals zu erstellen. Neu soll aber die Versammlung am Vormittag vom morgigen 1. Mai stattfinden – mal sehen!!!

Na dann schreib ich noch einen Tag dazu. Heute Mittwoch um 09.00 Uhr war die letzte Meldung für die Versammlung. Ich war natürlich pünktlich vor Ort und richtete mich ein. Um 09.30 hiess es um 11.00 Uhr sei die Sitzung. Also wieder ins Zimmer zurück. Um 11.30 Uhr wurde die Sitzung dann doch gestartet. Ich zeigte einige Bilder von unserer Heimat. Anschliessend verlosten wir meine Kleider, die ich aber erst in 10 Tagen abgeben werde. Weiter hatten wir 4 Uhren zu verteilen. Diese wurden ebenfalls durch Losentscheid abgegeben.

Dann hiess es auf einmal Janet die Frau von Mesias müsse unbedingt nach Ambato zum Arzt. Also machten wir heute einen Krankentransport. In der Klink hiess es die Frau habe eine schwere Lungenentzündung und müsse min. 5 – 6 Tage in der Klinik bleiben: Versicherung hat auch diese Frau keine. Kosten pro Tag ca. 150 $ – das ist nicht wenig bei 300 $ Monatssalär des Ehemannes, und Reserve gibt es keine.

Krankentransporte2012-05-02T14:02:05+00:00

Palmsonntag

Vreny: Wir wurden von Rodrigo, dem Vorarbeiter – Vater von fünf studierenden Kindern – nach Ambato eingeladen, um mit seiner Familie einen Ausflug zu machen. Wir fuhren in zwei Autos an einen Ort, wo man fischen und anschliessend die frisch gefangenen Forellen verspeisen kann. Danach wanderten wir noch gemeinsam zu einem Wasserfall und genossen die Wärme in diesem Tal.

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Auf dem Rückweg fuhren wir an einer Gärtnerei vorbei und kauften kurz entschlossen viele Blumen ein. Ich war nämlich schon seit längerer Zeit auf der Suche nach Blumen für den Kirchgarten.

Zurück in Simiatug machte ich mich dann auch gleich ans jäten, drei Nachmittage säuberte ich an der Umgebung der Kirche. Am dritten Tag bekam ich dann Hilfe von zwei, drei Arbeitern, die die Gartentore flickten und den Stacheldraht teils neu montierten oder flickten, der Hunde wegen. Einer der Arbeiter half mir dann Löcher aus zu heben und mit Komposterde zu bereichern um die Pflanzen zu setzen.

So war für das grosse Fest, den Palmsonntag, alles bereit. Ein Mitglied der Gemeindebehörde kam sogar, um alles zu bestaunen und Fotos zu machen. Wir hoffen auf Nachahmung, damit mit der Zeit das Dorf verschönert wird.

In der Osterwoche wurde dann von den Arbeitern noch das schöne Holzportal der Kirche geputzt und neu gestrichen. Ich machte mich noch an den Fensterputz der Kirche, was teilweise gar nicht so einfach war – nur mit einer Leiter erreichbar und einzelne noch mit Zement voll gespritzt, was mich schon lang störte.

Padre Sandro war sehr glücklich und dankbar, als alles in neuem Glanz erstrahlte für das kommende Osterfest. Hat natürlich selber auch mit geholfen und gesagt: „Früher hab ich das alles selber gemacht, jetzt mag ich nicht mehr.“ Hab ihn dann getröstet und gesagt: „Deshalb sind wir ja hier, um zu helfen!“

Ostern war dann recht streng für mich. Für Ostersonntag organisierten die Frau von Rodrigo und ich das Essen für die älteren Menschen, das sind jeden Sonntag so zwischen 30 und 60 Personen, je nach Wetter. Sie sollten „Fanesca“ bekommen, das ist so eine dickliche Kürbissuppe mit verschiedenen Böhnchen, Linsen, Maisarten Gemüse und einem speziellen getrockneten Fisch, dazu gekochte Eier und Avocados – sehr nährhaft und gesund. So waren wir dann von 8 Uhr morgens an 6 – 7 Personen am Rüsten und Umherlaufen, sogar Eddy half Bohnen und Erbsen ausmachen.

Am Vortag hab ich in der Bäckerei vier Kuchenbleche voll Ruhmschnitten gebacken, die Bäckerin war wieder mal abwesend, weil sie einen Unfall hatte, und so hatte ich keine Hilfe. Der Kuchen sollte auch noch für den Abend reichen, da ich fürs Osterfest die Schwestern mit den Voluntarinnen ins Pfarrhaus eingeladen hatte – 15 Personen.

Ostermontag machten wir uns dann einen freien Tag und fuhren nach Ambato. Zum Mittagessen verabredeten wir uns mit Dr. Luis Velasco – dem Verbindungsmann der Fundacion „Para los Indigenas del Ecuador“ – und besuchten dann anschliessend auch noch sein neues Team. Alle schienen sehr motiviert und glücklich an ihrer neuen Arbeitsstelle zu sein. Auch trafen wir dort recht viele Indigenas, die uns voller Freude begrüssten, da Dr. Velasco uns als Fundacions – Mitglieder vorstellte. Montags ist in Ambato immer Markt und viele Indigenas Kommen mit ihrer Ware in die Stadt, deshalb ist dann im Büro Hochbetrieb.

 

Palmsonntag2012-04-17T03:19:08+00:00
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