Voluntariado

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Einmal nichts von Projekten!!

Nun komme ich endlich dazu, wieder mal ein paar Zeilen zu schreiben. Eigentlich wollte ich wieder etwas über unsere Arbeit berichten. Aber manchmal kommt es anders!

Am Mittwoch der Karwoche arbeitet ich mit Rodrigo und einem Arbeiter in Santo Domingo, um unseren Kindergarten fertig zu stellen. Kurz vor dem Mittagessen wollte ich ein Stück Eisendraht von einer Rolle abschneiden. Beim Öffnen der Rolle sprang mir der Draht (3-4mm dick) direkt ins Auge. Es floss Blut und Flüssigkeit heraus. Rodrigo fuhr mit mir sofort ins Dorf ins Centro de Salud, wo mir mitgeteilt wurde, das Auge sei nicht zu retten! Sie wollten mich nach Guaranda bringen. Zum Glück kamen Vreny und Padre Sandro, welche sofort sagten, dass wir auf eigene Faust nach Ambato (250’000 Einwohner) fahren würden, da sie wussten, dass dort die ärztliche Versorgung besser ist.

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Einmal nichts von Projekten!!2013-06-12T07:48:45+00:00

Januar 2013

AE – Wollte eigentlich alle 14 Tage schreiben, aber eben: Stress 😉 wie in der Schweiz und wie ein typischer Pensionierter 🙂

[singlepic id=845 w=320 h=240 float=left]Die Festivitäten sind zu Beginn des Jahres besonders ausgiebig. Zuerst Neujahr und dann das Fest der Dreikönige (los Reyes). Neu ist in Ecuador ein Gesetz, dass Festivitäten nur noch bis 02.00 Uhr erlaubt, statt wie bisher toda la noche. Das ist darum von Bedeutung, weil bei jedem Fest mindestens ein grosser Lautsprecher draussen hingestellt wird, so dass die Leute in der Umgebung auch etwas vom „Krach“ haben.

[singlepic id=848 w=320 h=240 float=right]Reyes: Die Einkleidung der Reyes in den Communidades ist dabei aber viel wertvoller, als anschliessend das grosse Fest aller Könige in Simiatug. Die Könige versammeln sich ein erstes Mal am 5. Januar zu einer Vesper in der Kirche. Wie bei allen kirchlichen Anlässen, ist die Disziplin, von uns aus gesehen, bedenklich. Ähnlich wie bei uns bei Feldmessen, sind natürlich nicht alle in der Kirche. Und draussen herrscht ein emsiges Treiben in entsprechender Lautstärke. Nach der Vesper dauert das Fest mit den Königen bis ca. 5.00 Uhr. Dann kehren die Reyes in die Cumunidad zurück um am eigentlichen 3-Königsfest wieder in Simiatug zu sein. Alle Könige nehmen an der Messe von 11.00 Uhr teil. Am Nachmittag bringt jeder König sein Anliegen dem Herodes vor und anschliessend wird natürlich getanzt und viel Canelazo [singlepic id=853 w=320 h=240 float=left]und Drago getrunken. Ich konnte am Fest leider nicht teilnehmen, da ich die krebskranke Frau nach Ambato brachte, damit sie nach Quito zur Behandlung konnte.

Flor war eine Woche in Quito und wurde anschliessend heim geschickt. Nun ist sie zu Hause und wartet auf ihren Tod. Angel, ihr Mann, hat die Woche, in der sie in Quito war gearbeitet. Seither ist er wieder zuhause und hilft im Haus.

[singlepic id=855 w=320 h=240 float=left]Seit dem 7. Januar wird vermehrt am Kindergarten gearbeitet. Ich sehe aber bereits nach einigen Tagen, dass man den versprochenen Termin für die Eröffnung nicht einhalten kann. Leider werden uns zu wenig Arbeiter zur Verfügung gestellt. Einzelne Personen meinen immer wieder, dass es Dringenderes zu tun gibt, als die Fertigstellung eines ‚Kinder’gartens. Das bringt mich dann mal in Rage, dass ich für die Hauptverantwortliche nicht nur freundliche Worte finde – diese konnte ich auch auf Deutsch sagen, da sie Schweizerin ist.

[singlepic id=885 w=320 h=240 float=right]Nun wird aber das Werk beendigt – eine Übergabe ist für den 12. – 13. Februar vorgesehen. Warten wir ab: Paciencia y hora ecuatoriana.

Vreny hat in der Zwischenzeit wieder Katechese-Unterricht. Sie hat auch bereits zwei Nachmittage damit verbracht, den hiesigen Frauen „Strümpfe lismen“ beizubringen. Dies kommt übrigens sehr gut an, und es melden sich immer wieder Frauen (nachträglich), um das auch zu lernen.

Erfreuliche Meldung:
Wir haben ja nach unserer Geschwindigkeitsüberschreitung auf dem Weg von Ambato nach Quito eine Denuncia an die Regierung in Quito geschrieben. In abgelaufenen Monat mussten wir zweimal nach Guaranda wegen dieser Anklage. Das erste Mal mussten wir zusammen mit einem Advokaten genauer unsere „Version“ des Vorganges beschreiben. Diese Denuncia haben alle Polizisten erhalten, die an diesem Tag in der besagten Region Dienst hatten. Wir wurden dann ein zweites Mal aufgeboten nach Guaranda. Wir sollten die Polizisten anhand von Fotos erkennen. Man zeigt uns 33 Fotos. Ab diesen sollen wir den Täter überführen. Leider ist das für uns nicht möglich. Wir erwarten mindestens Fotos, wo man den Körper auch sieht. Der Polizist schlägt uns aber eine Live-Präsentation der Polizisten in Quito vor. Dies lehnen wir aber ab: aus Kosten-Nutzen-Gründen. Wir erklären der Polizei, dass wir erfreut sind, wie man versucht, die Korruption zu eliminieren und die Verwaltung und deren Umsetzung zu verbessern. Der Polizist, der extra von Quito kommt, ist damit zufrieden und verspricht, dass man derzeit alles unternehme, solche Vergehen zu verhindern und falls sie vorkommen, streng zu ahnden.
Der ganze Ablauf der Denuncia ist ein Aufsteller (des Tages) für uns – viva Ecuador – viva el presidente Correa!!

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Januar 20132013-01-30T02:04:48+00:00

Simiatug zwischen Weihnacht – Neujahr

AE -Zuerst zum eher ungemütlichen Teil. Kurz vor Weihnachten (am 18. Dezember) ruft mich Angelito an wegen seiner Frau Flor. Sie sollte an diesem Tag die nächste Chemotherapie bekommen. Die Ärzte sagen ihr, dass es keine Heilung mehr gibt für sie. Sie hat verschiedene Ableger. Angel und Flor beschliessen, nach Simiatug zurück zu kehren. Nach einem Zwischenhalt in Latacunga bei einer Schwester kommen sie nach Ambato, wo wir sie abholen. Vor der Abfahrt kaufen wir noch ein – für sie etwas Früchte und weisses Fleisch.

Flor in ihrem früheren Zimmer

Flor in ihrem früheren Zimmer

Weihnacht in Simiatug ist fast wie Fasnacht bei uns. Es gibt viele Bandas in den Strassen, die Musik machen von morgen früh bis abend spät. Natürlich gehört ein richtiges Mass an Drago-Konsum dazu. Weihnachtsbeleuchtung und Christbäume gibt es wenige bis keine. Krippen hingegen werden an vielen Orten aufgestellt: in Pärken, grösseren Firmen, auf fixen Märkten und natürlich in Kirchen.

Am Mittwoch, 26. Dezember, bekommen wir Besuch aus der Schweiz. Monika Kiechler macht eine Südamerikareise. Wir holen sie in Ambato ab und machen gleich noch unsere Einkäufe und den Einkauf für’s Kinderfest vom 29. Dezember.

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Simiatug zwischen Weihnacht – Neujahr2019-04-23T14:10:04+00:00

Das dritte Halbjahr beginnt

AE – Am 30. November spät abends landen wir in Quito. Wir sind sehr überrascht von der Anzahl, die vor den Schaltern der Migration warten – die Wartezeit beträgt ziemlich genau 1.5 Stunden. Die Koffern finden wir nachher alle neben den Förderbändern. Der Grund für die vielen Leute ist der starke Regen am 29. und am 30. November. Viele Flüge wurden nach Guayaquil umgeleitet und die Passagiere nachträglich nach Quito geflogen.

Wir passen uns zuerst 3 Tage an die Höhenluft an. In dieser Zeit besuchen wir die krebskranke Flor und die operierte Carmen. Flor wohnt mit ihrem Mann und ihrer Tochter, die bei ihr auf Besuch ist in einem feuchten, kellerähnlichen Zimmer ohne Fenster von ca. 8 m2. Es hat aber wenigstens ein Bad mit Dusche – das sie mit ein paar Nachbarn teilen müssen – dies ist einigermassen sauber.

Es tut einem weh, wenn man solche Verhältnisse sieht. Sie sie sind aber auch sehr unbeholfen. Die Matraze ist auf dem feuchten Betonboden und hier schlafen die drei. Leider sind sie nicht so ordentlich und die Kleider liegen herum. Die Kost ist auch nicht die beste. Zum Frühstück gibt es zum Beispiel Yuca (wie Kartoffel, aber härter). Das ist sicher keine Kost für eine krebskranke Frau. Die Frau wiegt übrigens nur noch ca. 35 kg.

Wir beschliessen, eine andere Unterkunft für sie zu suchen. Cornelia vermittelt uns eine Adresse von einer Ärztin  und von einer Stiftung, die Leute aus den entlegenen Provinzen aufnehmen, wenn sie zur Therapie nach Quito kommen.

Am Samstag fahren wir mit dem Sohn von Flor nach Quito, um zu zügeln und um unsere Schriften (Visa) in Ordnung zu bringen. Das Prozedere  spielt sich für ecuadorianische Verhältnisse relativ schnell ab. Wir sind ca. 1 Stunde vor Schalteröffnung im Wartsaal, kommen aber nach Schalteröffnung schon nach 30 Minuten an die Reihe.

Wir fahren anschliessend zu Flor um mit ihr eine Ärztin zu konsultieren. Dort werden wir informiert, dass es nahe vom Krebsspital (Solca) ein Haus gibt, wo sie für $ 4 in (Vollpension, Extrakost für Krebskranke) sein können und dass sie betreut werden. Leider stimmen nur zwei Drittel der Informationen – der Preis und die Kost. So muss ständig eine Person bei Flor sein. Da die Geschwister von Flor nicht viel helfen, muss Angel – der Ehemann – bei ihr bleiben. Kostet natürlich auch $ 4 – und was noch fast schlimmer ist, er kann kein Geld verdienen. Wir werden versuchen, die Familie besser zu engagieren, so dass Angel arbeiten gehen kann.

Flor in ihrem früheren Zimmer

Flor in ihrem früheren Zimmer

Am Montag findet die Züglerei statt. Mit unserem kleinen Auto konnten wir alles laden (inkl. Personen), was sie in diesem Heim braucht. Am Dienstag gehen wir noch die Sachen holen, die Angel zum Kochen ausgeliehen hat vom Schwager in Ambato. So um 13.00 Uhr verlassen wir Flor mit den beiden Kindern um im Süden von Quito noch eine ältere Frau von Simiatug und eine Tocher von Rodrigo mit ihrem Töchterchen zuzuladen.  Um 16 Uhr sind wir in Ambato, wo wir noch einkaufen und essen. Simiatug erreichen wir um zirka 20 Uhr.

NB – Exkurs

Auf der Fahrt nach Quito zwischen Ambato und Quito hat es einen Bereich – in der Nähe vom Cotopaxi (einem fast-6000er) – hat es einen ziemlichen Anstieg, wo man mit einer Geschwindigkeit zwischen 60 und 80 fahren kann. Einmal oben angelangt, drückt man immer noch im gleichen Stil auf das Gaspedal – ich erreiche so bald einmal 120 km/h , bemerke das und versuche langsamer zu werden. Die Polizei lässt mich noch mehr abbremsen. Ich wurde mit dem Radar erfasst: 116 statt 100. In der Zwischenzeit gibt es Geschwindigkeitsvorschriften: 50 innerorts, 80 ausserorts und 100 auf einzelnen Abschnitten auf ‚Autobahnen‘. Die Polizei verlangt $ 86, die wir auch anstandslos bezahlen. In unserer Naivität verlangen wir keine Quittung. Die Polizisten werden das Geld für Weihnachtseinkäufe gut gebrauchen. Carmen hilft uns dann am Sonntag, eine Denuncia zu schreiben (Anzeige der Polizei). Die Polizei darf nämlich keine Bussen einkassieren – nur Belege mitgeben zum Einzahlen der ausgesprochenen Busse bei der Bank. Mal schauen ob die Denuncia was fruchtet. Ich hinterlege diese am Dienstag früh im Innenministerium in Quito.

[form anmeldung-ecuavision]

Das dritte Halbjahr beginnt2012-12-13T00:28:04+00:00